Wanderwege

Baumberger Ludgerusweg

 

Baumberger Ludgerusweg
Der heilige Ludger

Offiziell wird er, der historischen Schreibweise entsprechend „Liudger“ genannt, viele Menschen nennen ihn aber immer noch am liebsten „Ludgerus“ oder einfach „Ludger. Der Apostel der Friesen und der Sachsen, geboren 742 bei Utrecht, baute 793 in Mimigernaford (Münster) das erste Kloster und eine Schule.  Etwa sechs Jahre zuvor hatte er vom Frankenkönig, Karl der Große, den Auftrag erhalten, die Missionierung in den sächsisch-friesischen Ländern zu vollenden. So auch im Münsterland. Hier baute er kirchliche Organisationen auf und schaffte eine reguläre Ordnung durch die Anlegung von Pfarrbezirken.Beruf und Berufung Bescheiden leben, Vorbild sein und die Menschen mit Gott und seinem Sohn vertraut machen, das war schon in jungen Jahren der Wunsch des jungen Friesens. Denn: Das Licht Jesus Christus, das Licht des Friedens und des Glaubens faszinierte ihn bereits in Kindertagen. Seine Mutter erlitt kurz vor seiner Geburt im Jahr 742 einen schweren Unfall. Die Tatsache, dass er gesund zur Welt kam, gehörte sicherlich zu seinen Beweggründen, sein Leben Gott zu widmen und sich als Multiplikator für das Christentum stark zu machen.

Sein weiter Horizont, sein hoher Bildungsgrad, sein Missionswille und vor allem sein unerschütterliches friedvolles Engagement prädestinierten ihn zum Kandidaten für den ersten Bischof von Münster. 805 ließ er sich in Köln zum Bischof weihen. Mimigernaford wurde zum Bischofssitz, weil sich hier auch vorteilhafterweise einige Handelswege kreuzten. Denn: Wo Kirchen entstanden, kamen die Menschen zusammen, um Gottesdienste zu feiern und um sich taufen zu lassen. Aber auch, um fortan Handel zu treiben und Gericht zu halten. So entstanden Ansiedlungen, um die Kirchen herum. Neue Gemeinden entstanden, wo die Menschen in Frieden zusammenwachsen konnten.

Beruf und Berufung
Bescheiden leben, Vorbild sein und die Menschen mit Gott und seinem Sohn vertraut machen, das war schon in jungen Jahren der Wunsch des jungen Friesens. Denn: Das Licht Jesus Christus, das Licht des Friedens und des Glaubens faszinierte ihn bereits in Kindertagen. Seine Mutter erlitt kurz vor seiner Geburt im Jahr 742 einen schweren Unfall. Die Tatsache, dass er gesund zur Welt kam, gehörte sicherlich zu seinen Beweggründen, sein Leben Gott zu widmen und sich als Multiplikator für das Christentum stark zu machen.

Der Weg zum Missionar
Bereits mit zwölf Jahren war er dem angelsächsischen Festlandmissionar Bonifatius begegnet. Aus diesem Ereignis erwuchs seine Berufung, Wandermissionar werden zu wollen. Als weiteres Vorbild gilt der Apostel Paulus, der „Lehrer der Völker“. Seine christlichen Eltern ließen ihm eine gute Ausbildung zukommen und schickten ihn 755 in das St. Martinskloster nach Utrecht. Anschließend verbrachte er einige Zeit an der Domschule im englischen York. Mit 23 Jahren erhielt er dort 767 die Diakonenweihe. Einige Jahre wirkte er im christlichen Glauben in Dokkum (NL), wo sein verehrter Bonifatus den Mätyrertod sterben musste. 777 erfährt Ludger die Priesterweihe in Köln. Auf der Flucht vor dem Sachsenaufstand (784), unter Herzog Widukind, pilgert Ludger nach Rom. Dort erfährt er zwei Jahre später, dass Widukind sich und seine Untertanen taufen ließ. Somit war für ihn der Weg in die Heimat wieder frei.

Wieder in der Heimat
Hier konnte er nun wieder die Pflanze des Glaubens säen, hegen und pflegen und die Herzen der Menschen öffnen. In den letzten 16 Jahren seines Lebens  (792 bis 809) konzentrierte er seine Kraft mit besonderer Wirksamkeit auf das Münsterland. Den Ansiedlungen Coesfeld und Billerbeck fühlte der heilige Ludger sich in besonderer Weise verbunden. Denn der Widerstand gegen die fränkische Herrschaft und den neuen Glauben war hier lange aufrechterhalten worden. Am Passionssonntag (26. März 809) feierte er zunächst die Frühmesse in Coesfeld und machte sich danach – schon von schwerer Krankheit gezeichnet – auf den Weg nach Billerbeck. Oberhalb der heutige Benediktinerabtei Gerleve legte er eine Rast ein und genoss von dort noch einmal den Blick auf das Münsterland. Mit allerletzter Kraft erreichte er Billerbeck. Dort, in der kleinen Kirche feierte er seine letzte heilige Messe. In den frühen Morgenstunden des nachfolgenden Tages holte Gott den Missionar Ludger zu sich. Sein Leichnam wurde in seine Bischofsstadt Münster gebracht, um ihn dort aufzubahren. Einen Monat später überführte man Ludger nach Werden und bestattete ihn östlich der ersten Abteikirche am 28. April gemäß seinem letzten Willen außerhalb der Kirche nahe dem Hauptaltar.

Orte des lebendigen Glaubens
„Ich verkünde Euch Christus“ lautete stets seine Berufung. Somit sind die Kirchen und Klöster, die im Zusammenhang mit ihm stehen nicht nur Erinnerungsorte oder historische Bauwerke, sondern bis heute Orte des lebendigen Glaubens. Papst Benedikt XVI sagte über den 1. Bischof von Münster: „Der hl. Ludger ist zum vorbildlichen und überzeugenden Anwalt der „Liebesgeschichte“ Gottes mit uns Menschen geworden!“

Idee Ludgerusweg

Durch das Hochstift Münster, dass sich im Hochmittelalter (Mitte 11. bis Mitte 13. Jahrhundert) herausgebildet hatte und bis 1802/1803 bestand, war die Region viele Jahrhunderte sehr katholisch geprägt. Der Konflikt mit dem Königreich Preußen bzw. später dem Deutschen Kaiserreich und der katholischen Kirche unter Papst Pius IX. in den 1870er Jahren, der als Kulturkampf in die Geschichte einging, sorgte dafür, dass sich der Glauben der Menschen in dieser Region noch mehr festigte. Die Bereitschaft der katholischen Kirche Immobilien und Liegenschaften zu vermachen, war sehr groß. In diesem Zusammenhang konnten auch das Stift Tilbeck, der Billerbecker Dom, die Benediktinerabtei Kloster Gerleve und die St. Lambertikirche in Coesfeld entstehen. Im Zusammenhang zu den Feierlichkeiten des Jubliläums des Bistums Münster im Jahr 2005 entstand die Idee zwischen dem Kloster Gerleve über Ludgeri Rast bis zur Sterbekapelle Ludgers im Billerbecker Dom einen Wanderweg anzulegen. Diese Idee realisierten die Bergvagabunden aus Billerbeck. Diese 1990 gegründete Gruppe, ehemaliger Fußballspieler des Vfl Billerbeck, traf sich wöchentlich auf den Gründerhof des Klosters Gerleve bei Bruder Wendelin. Der mit dem plattdeutschen Namen versehene St. Lürs-Weg wird seitdem als Pilgerweg genutzt. Auf Initiative des Stiftes Tilbeck und der Baumberge Touristik wurde der Baumberger Ludgerusweg 2015, gemeinsam mit dem Baumberge-Verein, im Rahmen eines LEADER-Projektes realisiert. Der Deutsche Wanderverband hat den Ludgerusweg am 4. September 2015 in Düsseldorf mit dem Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet und 2018 rezertifiziert. „Er ist damit der bislang einzige Wanderweg in der Westfälischen Bucht, der dieses Gütesiegel trägt“.
Nun ermöglicht der Baumberger Ludgerusweg in der einzigartigen Kulturlandschaft der Baumbergeregion auf den Spuren des heiligen Ludgerus zu wandern und gleichzeitig, die Kulturstätten, die mit ihm im engen Zusammenhang stehen, kennenzulernen.

 

Wegeverlauf:

Zertifizierter Hauptweg zwischen Tilbecker Mordkreuz und Markplatz Coesfeld

Kilometrierung des Baumberger Ludgerusweges:

Coesfeld, St. Lamberti

30

0

Gerleve, Kloster

23,4

6,6

Gerleve Abzweig Ludgerirast

22,6

7,4

Billerbeck, Osthellermark / Alstätte

20,7

9,3

Billerbeck, Kolvenburg

15,9

14,1

Billerbecker Berg

12,3

17,7

Havixbeck, Sophienburg

6,8

23,2

Havixbeck, Teitekerl

 6

24

Nottuln, Drosten Loh

5,5

24,5

Nottuln, Vaders Platz

4,6

25,4

Nottuln, Leopoldshöhe

2,8

27,2

Schapdetten, Hohe Berg

1,6

28,4

Havixbeck, Mordkreuz

0

30

 

8 Zugangswege (Tilbeck, Havixbeck, Schapdetten, Nottuln, Darup, Billerbeck, Darfeld und Coesfeld) mit einer Gesamtlänge von 60 km führen von den Ortskernen zum Hauptweg. Sie ermöglichen reizvolle Rundwanderungen von den kulturell reizvollen Orten zu den naturnahen Wegeabschnitten vom Hauptweg des Baumberger Ludgerusweges.

Rundwanderwege ab Longinusturm

7 Rundwanderwege (3,5 bis 10,5 km Länge) des Baumberge-Vereins verlaufen ab dem Wanderparkplatz des Longinusturms durch die schönsten Bereiche der Baumberge.

Örtliche Rundwanderwege in den Baumbergen

2015/2016 wurden im Auftrag der Baumberge Touristik die örtlichen Wege in allen 13 Ortsteilen der fünf Baumberge-Kommunen überarbeitet. Die Markierung der 58 Rundwanderwege übernahmen über 40 ehrenamtliche Wegezeichner, unter anderem aus den Heimat- und Wandervereinen (Baumberger Wanderfreunde Nottuln e.V., Wanderfreunde Billerbeck).

 

Wanderkarte Baumberge

Der Baumberge-Verein hat die Wanderkarte Baumberge herausgegeben. Sie ist in allen Ortsteilen der Baumberge-Gemeinden sowie in Münster, z. B. in den Buchhandlungen und den Touristikinformationen oder in unserer Geschäftsstelle zum Preis von 4,90 € erhältlich.

Hollandgängerweg

In Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Heimatbund zeichnet der BBV seit 1989 den 105 km langen Hollandgängerweg von Münster bis zum holländischen Grenzpunkt Dinkelbrücke bei Gildehaus.

Sie können das PDF Hollandgängerweg auch hier ansehen oder herunterladen.

Kontakt

Sie können auch das folgende Kontaktformular verwenden: