Baumberge Verein e.V. Münster

Geschichte des Baumberge-Vereins e.V. Münster

Der Baumberge-Verein ist über 100 Jahre alt. Er wurde bereits 1896 durch Mitglieder der "Geographia" gegründet, jenem Zusammenschluss interessierter, heimatbegeisterter Herren, die sich schon seit 1884 in der "Geographischen Gesellschaft" zusammengefunden hatten. Als Vereinszeichen wählte man gebündelte Ilexblätter, eine typische Pflanze der Baumberge. Die Vereinsziele waren wie folgt in §1 der Satzung festgelegt: "Der Baumberge-Verein bezweckt den Verkehr in den Baumbergen zu heben und zu erleichtern und das Interesse für die Baumberge in jeder Weise zu mehren; als Gebiet des Vereins gelten die Baumberge und die umliegenden Orte."

Der Geograph und Naturwissenschaftler Dr. Fritz Westhoff, wegen seiner Körpergröße (1,92 m) auch Dr. Longinus (lat. der Lange) genannt, war der 1. Vorsitzende des BBV. In seinen Büchern "Führer durch das Münsterland"(1893) und "Führer durch die Baumberge"(1896) veröffentlichte er seine Erkenntnisse über Fauna und Flora, der erdgeschichtlichen Entwicklung, den historisch gewachsenen Strukturen der Region sowie Kultur und Brauchtum. Auch im 21. Jh. gelten diese Schriften noch als wichtige Informationsquelle für Wanderer und Heimatforscher. Der Baumberge-Verein nahm Jahrzehnte nur männliche Mitglieder auf. Erst 1954 konnten auch wanderbegeisterte Damen dem Verein beitreten. Heute sind sie in der Überzahl bei der Gesamtstärke von 125 Mitgliedern.

1983 wurde zum ersten Mal in der Geschichte des Baumberge-Vereins eine Frau zum Vorsitz gewählt. Sie führte den Verein bis ins neue Jahrtausend, legte dann aber die Aufgaben in jüngere Hände.

1996 erhielt der Verein die Eichendorff-Plakette mit Urkunde. Diese Auszeichnung wird für Heimat- und Wandervereine die 100 Jahre bestehen, verliehen. Sie geht an Vereine, die sich auf dem Gebiet der Heimatpflege, der Heimatkultur und des Naturschutzes besondere Verdienste erworben haben und wird vom Bundespräsidenten unterzeichnet und vom Landes-Kultusminister verliehen.

Geschichte des Longinusturms

Auf der höchsten Erhebung der Baumberge, dem Westerberg (187,61 m ü. NN) baute der Baumberge-Verein 1896-1900 einen rund 30 Meter hohen Aussichtsturm aus Baumberger Sandstein. Er wurde auf den Namen Longinus, nach dem früh verstorbenen 1. Vorsitzenden getauft.

In den 50-iger Jahren stockte man den Turm für das postalische Fernmeldewesen auf und gab ihm seine heutige Gestalt. Der Longinusturm gilt als Wahrzeichen der Baumberge. Er bietet dem Besucher aus einer Höhe von 24 Metern einen grandiosen Ausblick bis weit in die Münsterländische Parklandschaft. Der Wanderer kann am Turm starten und auf sechs verschiedenen, vom BBV ausgezeichneten und betreuten Wegen die nahe Umgebung kennen lernen und Besonderheiten aufspüren, wie z.B. die alten Doppellandwehren, mächtige Erdbauwerke des späten Mittelalters, die zu Verteidigungszwecken errichtet wurden.

1991 wurde der Longinusturm unter Denkmalschutz gestellt. 1995 nach Auszug der Post und umfangreichen Sanierungsmaßnahmen konnte Ostern 1995 das Café "Türmchen" eröffnet werden.

Seit 1996 wird das Café als "Café Longinus" weitergeführt. Seit 1999 benutzen vier Funkbetreiber den Longinusturm. Am 05. August 2000 wurde der Longinus- turm 100 Jahre alt.

Die Erhaltung des Longinusturmes zählt heute ebenso wie die Wanderaktivitäten zu den wichtigsten Aufgaben des Vereins.

Geschichte der Baumberge

Der Höhenzug der Baumberge gehört zu den landschaftlichen Besonderheiten des Münsterlandes.

Seine Entstehung ist auf die Ereignisse der Kreidezeit und die Vereisungsperioden des Pleistozäns zurückzuführen. Zunächst hinterließen warme Meere in 60 Millionen Jahren mächtige Ablagerungen in Form von Mergel und Kalken. Darin finden sich

Versteinerungen verschiedener Art, unter anderem wurde bei dem Dorf Seppenrade der größte Ammonit der Welt gefunden. Die Eiszeiten mit ihren Gletschern überdeckten diese Schichten mit lockeren Sanden und Sandmergeln, Gesteinschutt und Geröllen. Stellenweise ragen die Meerablagerungen der Kreidezeit daraus hervor so wie die Hügelkette der Baumberge im Städtedreieck Münster - Coesfeld - Steinfurt. Der Name des Höhenzuges lässt sich nicht von Baum ableiten. Er entwickelte sich aus dem Wort "Bomberg".

Nach Ansicht der Sprachforscher handelt es sich um eine Verschmelzung des altdeutschen Wortes "bo" für Haus und Hof und dem Wort "odin" dem Namen der höchsten germanischen Gottheit. Demnach wäre der "Bomberg" (Boodenberg) der Berg des Odin - Schutzgott der Wohnung.

Bei uns wird sie häufig als Ziergehölz angebaut. Es gibt viele verschiedene Zuchtformen, die alle zur Familie der Aquifoliaceae, der Stechpalmengewächse gehören.

Doch Du solltest Dich vor den Stechpalmen in Acht nehmen. Die Blätter und verlockend roten Beeren enthalten sehr giftige Stoffe. Die Giftstoffe führen zu Erbrechen, Magen - und Darmbeschwerden und Durchfälle. Die ersten Vergiftungserscheinungen können schon nach dem Verschlucken von nur zwei Beeren auftreten. Die Menge von 20 bis 30 Beeren ist lebensbedrohlich.

Daher gilt: anschauen oder einpflanzen in den Garten ja, daran herumknabbern niemals.